Autor Archive für Dos Corazones

11
Aug
09

Angespielt: Batman Arkham Asylum

b_a_a_00In The Dark Knight gab Heath Ledger bereits den Joker, den vielleicht größten Widersacher des schwarzen Rächers Batman. Ab dem 28. August beziehungsweise auf dem PC erst ab dem 18.September untermauert der Oberbösewicht seine Position, indem er Batman alias Bruce Wayne in eine hinterhältige Falle lockt, der Ihr mit dem Helden entkommen sollt.

Batman – der Asylant

Der Joker hat sich federleicht von Batman verhaften lassen und wird schnurstracks ins Gefängnis der Fantasie-Millionen-Metropole Gotham City gebracht, ins titelgebene Arkham Asylum. Dort haben die größten Bösewichte der Stadt (und wer die Comics und Filme kennt, weiß, dass es von Schurken in Gotham genug gibt) unfreiwllig ein Zimmer gemietet, nachdem  Batman sie überwältigt und eingeliefert hat. Batman spürt zwar, dass eine Gefahr droht; zu einfach und problemlos verlief die Gefangennahme. Dennoch übergibt er den Joker an die Wachleute – was sich als Fehler herausstellt. Kaum hat der Joker ein paar Meter zwischen sich und den Superhelden gebracht, überwältigt er die Wachen und hetzt einige Sträflinge auf den hinter ihm hereilenden Batman, während er weiter ins Gefängnis eindringt.

Batman – der Schläger

Batman weiß sich bekannterweise zu wehren. Mit einer Taste führt Ihr Schläge, Tritte, Kopfnüsse und alle anderen Arten von Angriffen aus, mit einer weiteren kontert Ihr Offerten eurer Gegner. Das Kampfsystem geht locker von der Hand. Durch die simple Bedienung könnt Ihr euch zurücklehnen  und die sauber animierten Bewegungen der Titelfigur und seiner Feinde bestaunen. Selbst zahlreiches Feindaufkommen stellt Euch nicht vor allzu große Probleme, denn im Nahkampf macht der menschlichen Fledermaus niemand so leicht was vor.

b_a_a_01Batman lässt seine Feinde gerne mal zappeln …

Batman – der Detektiv

Wenn Eure Widersacher bewaffnet sind, empfiehlt es sich aber im Detektivmodus durch die Areale zu wandeln. Dann nehmt Ihr das Spielgeschehen in einer Art Röntgenmodus wahr, sodass Batman durch Wände und Körper hindurchsehen kann. Außerdem fallen ihm einige wertvolle Details auf, zum Beispiel die Anzahl der erblickten Gegner, deren Bewaffnung, Zustand. Des Weiteren schwingt sich Batman auf Vorsprünge und zierende Gargoyles an den Wänden. Von dort aus gleitet er auf Feinde herab oder zieht sie nach oben, um sie bewusstlos geschlagen an der Statue festzubinden. Der Weg über die Gargoylerücken bietet zusätzlich die Möglichkeit, sich um Feinde herumzuschleichen oder schnell zu entkommen, wenn Batman entdeckt wird. Im Detektivmodus erinnert das Spiel der Splinter Cell-Reihe, da der Held in dem Modus Feinde wie Sam Fisher lautlos ausschaltet.

Batman – der Fehlerhafte

Da Batman zwar über hochentwickelte Technik verfügt, nicht aber über Superkräfte, ist es durchaus ratsam den Detektiv Modus einzusetzen. Denn im gegnerischen Kugelhagel geht auch Batman schnell zu Boden. Manchmal ist es ratsam, die Gegner zu umgehen, was allerdings schon in der Demo in einer Szene nicht des Rätsels Lösung ist. Denn erst wenn alle Komplizen des Jokers im Vorraum erledigt sind, öffnet sich die nächste Tür. Apropos Erledigen, wie in der Comicvorlage tötet Batman seine Feinde nicht, sondern schlägt sie allenfalls ohnmächtig, obwohl dies beim Einsatz des Bamerang (ein klingenbestückter Bumerang) schwer vorstellbar ist. Der Detektivmodus eröffnet auch die Möglichkeit für kleinere Rätsel, obwohl gerade in diesem Modus Batman wirklich übermächtig erscheint. Allerdings bietet der Röntgenblick gerade in verschachtelten Räumen nicht die optimale Übersicht, da zwar die Feinde erkannt werden, aber nicht unbedingt ersichtlich ist, was noch alles zwischen den Kontrahenten liegt.

b_a_a_02 … aber er kann auch zu rabiateren Methoden greifen

Die Demo zu Arkham Asylum zeigt schon mal Eines: Das Spiel wird richtig gut. Die Kämpfe sind genial animiert, die Unreal-3-Engine stellt sehr detaillierte Charaktermodelle und Areale dar, die Zwischensequenzen bewegen sich auf einem Top Niveau und Mark Hamill (Luke Skywalker in Star Wars Episode 4-6) spricht den Joker genauso unheimlich und verrückt wie Heath Ledger ihn spielte. Die Demo verheißt aber auch, dass das Spiel kein Riesen-Hit wird. Denn so toll die Kämpfe aussehen und so leicht sie auch von der Spielerhand gehen, stellt sich die Frage, ob die Schlägereien im weiteren Spielverlauf fordernd sind und nicht nur durch riesige Gegnerscharen zur wüsten Klickorgie verfallen. Auch der Detektiv Modus entpuppt sich als zweischeidiges Schwert. Er spielt sich komplett anders als der normale Modus, allerdings ist Batman noch übermächtiger als in den Nahkämpfen. Logische aber fordernde Rätsel würden dort noch mehr Abwechslung bringen. Geschmackssache ist die Stimme von Batman selbst, die im Vergleich zu der des Jokers arg blass bleibt, in The Dark Knight war das allerdings auch nicht anders. Fans des Films werden sich darüber hinaus über den düsteren Stil des Spiels freuen, der Nolan’s Werken sogar noch eins draufsetzt.

Die Demo könnt Ihr unter anderem bei Valves Online-Plattorm Steam runterladen oder hier von der offiziellen Website.

Der offizielle Trailer zu Arkham Asylum (HD)

23
Feb
09

Angespielt: Ceville

Ceville

Ceville

Zuallererst eine kurze Erklärung: Angespielt ist nun eine neue Kategorie unter kein E-Sport. Hierbei behandeln wir lediglich eine Demoversion eines Spiels und können und wollen kein finales Urteil zum gesamten Spielerlebnis machen.

Ceville ist König des Reiches Faeryanis, das er nach Herzenslust regiert. Wie jeder Monarch bekommt er es mit kniffligen Streitfällen zu tun, so hat zum Beispiel der Wolf die drei Schweinchen angeklagt, weil beim Umpusten deren Hauses, ein Dachziegel auf seinen Kopf gefallen ist, die Schweinchen wiederum beschuldigen den Wolf auf Sachbeschädigung. Ein ausgeglichener Herrscher entscheidet zu Gunsten beider Parteien – alle Angeklagten müssen in die Minen zur Zwangsarbeit – zumindest wenn Ihr das so wollt.
Kein Wunder also, dass das Volk den egozentrischen Herrscher etwas kritisch gegenübersteht. Nicht nur wegen seiner zweifelhaften Urteilen, sondern auch weil er vom Staatsschatz  eine beträchtliche Summe auf sein Privatvermögen abgezwackt hat. Es kommt wie es kommen musste, das Volk rebelliert und aufgrund geringer Löhne, stellen sich auch die Wachen gegen Ceville, dem Ihr nun bei der Flucht helfen sollt.

In der Demo übernehmt Ihr größtenteils den Part des gefallenen Königs. Zuerst einmal müsst Ihr ihm aus seinem Thronsaal herauslotsen. Allerdings stehen ihm dabei seine verräterischen Wachen im Weg, die Ihr erst einmal verscheuchen sollt. Danach müsst Ihr Ceville eine Verkleidung in der Küche besorgen, damit er im Flur vor dem Speisesaal unbemerkt an den Wachen vorbeikommt. Im letzten Abschnitt, müsst Ihr den Geheimgang in Cevilles Folterkammer finden, ehe Ihr mit Ambrosius, einem angeberischen Paladin, in einer kurzen Sequenz in das königliche Schloss einbrecht.

Die Demo zeigt schon mal einige Stärken eines richtig gelungenen Adventures auf. Die Rätsel sind am Anfang sehr leicht zu durchschauen und vollkommen logisch, halten Seitenhieben auf Spiele wie Indiana Jones and the Last Crusade parat und die Dialoge unterhalten mit einem teils auch sehr gezwungenen Wortwitz. Dennoch habe ich viel gelacht und mich an andere Abenteuerspiele erinnert. Dazu kommen noch sehr schön gezeichnete Hintergründe, eine einfache und bequeme Bedienung, sowie sehr guten Synchronsprechern und tollen Animationen der beiden spielbaren Charaktere. Wenn das Spiel auf diesem Niveau über 15-20 Stunden zu unterhalten weiß, lohnt sich der Kauf auf jeden Fall.

Die Demo jedenfalls ist kostenlos, macht Spaß und könnt Ihr hier direkt runterladen. Download von Adventurespiele.net

Die Vollversion zu Ceville ist seit dem 19. Februar erhältlich

03
Dez
08

Gespielt: Mirror’s Edge

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Sie waren schon immer sehr beweglich und schwindelfrei? Haben außerdem Spaß daran, viel draußen zu sein und sind zuverlässig? Dann haben wir genau das richtige Angebot für Sie. Werden Sie RunnerIn!

Arbeitssituation:

Wie Sie wahrscheinlich wissen, kontrolliert unser Staat alles. Natürlich haben sich einige Menschen der Bevölkerung nicht ganz damit abgefunden, ihre Privatsphäre aufzugeben. Um wenigstens einen kleinen Teil des früher so hoch geachteten Privatlebens zu sichern, benötigen wir Runner. Das wären Sie. Nach einem ausführlichen Training auf den Dächern unseres eigens angefertigten Trainingsparkurs sind Sie gerüstet, Pakete und Briefe von A nach B zu bringen. Allerdings ist dieser Job mit einem klitzekleinen Haken versehen: Vater Staat mag uns Runner gar nicht gerne sehen. Wenn Sie sich aber über die Wolkenkratzer unserer herrlichen Stadt bewegen, dürfen Sie kein Problem mit den Gesetzeshütern haben. Sagen Sie sich einfach immer wieder, dass Sie das richtige tun und dass die Gesetze doch eher Richtlinien als Ge- und Verbote sind. Sie sind auf jeden Fall bloß ein Bote.

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Pazifist? Kein Problem, wenn Sie keine Angst vorm Tod haben…

· Eintönig – Moment…!

Nun, Sie sollten unser Trainingsprogramm nicht wegen mangelnder Abwechslung anprangern. Als Runner tun Sie zwar auch immer dasselbe, aber dann sieht die Welt wenigstens anders aus. Der Tarnbaum, der Renner unter den Pflanzen zur Zeit, ist eine ganz neue Erfindung. Die Wissenschaftler haben es tatsächlich geschafft, die gesamte Farbe einem normalen Gewächs zu entziehen, sodass grüne Flora nicht mehr von unseren steril gehaltenen weißen Innenwänden ablenken. Abgesehen von dem vielen weiß, ist unsere Stadt aber doch ziemlich schön, finden Sie nicht? Rote Regenrohre, blaue Treppengeländer, ab und zu sogar Grünflächen, ach es ist doch herrlich.

Vorraussetzungen:

Nun, Sie sollten schon ein wenig Zeit für ihr Training aufwenden. 10 Stunden sollten dafür schon genügen. Wahlweise verteilen sie das auf verschiedene Nachmittage, um sich wieder zu beruhigen. In unserem Trainingsprogramm versetzen wir Sie in den Körper einer unseren „virtuellen Damen“. Keine Angst meine Herren, wir urteilen nicht nach Geschlecht, zu Trainingszwecken erlaubte uns aber die nette junge Dame Faith, ihren Körper als Dummie zu verwenden. Die in dieser Simulation dargestellte Situation sollten Sie nicht zu ernst nehmen. Normalerweise verbringt ein Runner einen relativ geruhsamen Arbeitstag, abgesehen von dem ständigen Drill, Sie könnten vom nächsten Fenstersims in die Tiefe stürzen. Denken Sie nicht an diese ungemütliche Vorstellung. Denn nach unserem Trainingsprogramm und ihren für die Sportart Parcours getrimmten Körper kann Ihnen eigentlich nichts mehr passieren.

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Ist Ihnen jetzt schon schwindelig. Dann raten wir Ihnen für unser Training, Tüten mitzubringen…

Berufsrisiko:

Nun, eine komplette Sicherheitsgarantie können wir Ihnen leider nicht anbieten. Doch wenn Sie die Spannung nicht ertragen können oder wollen, müssen Sie unser Angebot ja nicht annehmen. Abgesehen von der sehr großen, ähem… irrelevanten Absturzgefahr könnten Ihnen nur noch die Waffenstärke der hiesigen Polizei und Geheimdienste zum Verhängnis werden. Aber wie Sie unserer Präsentation im Training entnehmen können, dürfen Sie auf keinen allzu großen Widerstand hoffen. Zwei, drei Kugeln wird Ihr Körper ja wohl aushalten. Übrigens sind die Gesetzeshüter nicht sehr sparsam mit ihrer Munition und schießen schon mal früher als Ihnen lieb ist. Sollte Ihnen doch etwas passieren, können wir Ihnen leider nicht garantieren, dass wir Sie bestatten können, da uns nach einem so tiefen Fall die Überreste gerne zu Brechreizen zwingen. Allerdings wird sich die Polizei gerne um Ihren Leichnam kümmern, hoffen wir zumindest.

Fazit

Nun gut, unsere Stadt ist nicht der bunteste Platz der Erde, wie oben schon erwähnt. Aber was wollen Sie denn noch? Wie bitte, mehr Abwechslung bei Ihren Aufgaben und Ihrer Vorgehensweise? Haha, Sie belieben zu scherzen. Wir schätzen guten Humor. Wenn Sie wirklich Runner werden wollen, bilden Sie sich ja nicht ein, dass täglich ein Freund von Ihnen in einen Mord verwickelt wird. So spannend kann nun wirklich nicht jeder Arbeitstag sein. Was? Jetzt nörgeln Sie auch noch rum, die im Schweiße unseres Angesichts erdachte Geschichte als belanglos zu deklarieren? Jetzt reicht es aber. Wenn Sie den Job nicht wollen, suchen wir uns eben einen anderen. Denn Sie sind wie Faith vollkommen austauschbar. Wahrscheinlich ist das auch noch ein Problem für Sie. Eine zu starke Identifikation mit einem Ihrer Kollegen kommt bei uns überhaupt nicht in Frage. Am Ende glauben Sie noch, Sie könnten im echten Leben ebenfalls von einem Hochhausdach aus an ein Rohr am gegenüberliegenden Wolkenkratzer springen, obwohl Sie dafür die Sprungkraft eines Kängurus bräuchten. Seien wir doch malrealistisch, das, was unser Training Ihnen bietet, werden Sie nirgends anders so finden. Weder in anderen Computern, noch im realen Leben. Deshalb sollten Sie unbedingt einmal vorbeikommen und das Training absolvieren. Aber bitte nicht im echten Leben nachmachen.
Und weil es (bisher) so einzigartig ist: 7 von 10 Punkte

17
Nov
08

F.U.R.T. – Die Wahrheit übers Lügen

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Nachdem Herr Urlaub sich zwei Mal die Arbeit gemacht hat, ein Album alleine aufzunehmen, macht er sich das ganze diesmal was einfacher. Fürs neue Album Die Wahrheit Übers Lügen bestellte Farin sein Racing Team, mit dem er bisher nur auf Tour und dem Live-Album of Death zu hören war, ins Studio.

Kein Wunder also, dass sich die neue Platte, die übrigens auch unter dem Interpreten Farin Urlaub Racing Team (kurz FURT) erscheint, andere Töne als die vorherigen anschlägt.

B.g.z.S.

So, das Obenstehende ist vielleicht etwas schwer zu verstehen. Deshalb hier in einer weiteren Ausführung: „Blasinstrumente gehören zu Ska“. Farin hört und macht gerne Ska. Das ist einfach Farins Gitarrenpfuscherei mit wohlklingenden Posaunen, Trompeten uns so weiter. Wirklich viele Skastücke gibt es aber auf nicht auf der 1,5 LP, weder auf dem „kleinen Album“, noch auf der „Bullenherde“. I.F.D.G. ist dabei eine Ausnahme, das steht übrigens für „Ich find das gut“: jo, ich auch!

W.m.d.d.f.M.?

„Was macht der denn für Musik?“, bedeutet das. Ja, wie oben erwähnt, Farins Musik klingt tatsächlich anders. Diesmal sind nun mal auch Profis dabei (war nur ein Scherz, Farin ist natürlich auch ein Vollprofi…) Mit 12 Musikern kann man seine Musik eben facettenreicher gestalten, was sich zwar ungewohnt, dafür aber auch erfrischend neu anhört. Wer Lust auf Rock hat, der legt einfach die „große CD“ in den CD-Spieler und lauscht den 11 „normalen“ Farin Urlaub Songs. Auf dem „kleinen Album“ verstecken sich Ska, Reggae und Mainstream-Pop Lieder, wem’s gefällt…

S.s.d.S.

„So sind die Songs“, Ihr wisst schon, was ich meine…Ein Paar sollten hier doch genannt werden. Die erste Singleauskoppelung „Nichimgriff“ ist ein gewöhnliches Punk-Rock-Lied, das wie alle Songs von einem tollen Text profitieren kann und deshalb doch nicht ganz „gewöhnlich“ ist. „Unscharf“ und „Niemals“ sind Farin Urlaub-typische Liebeslieder mit Rockriffs, die jeden Fan von Farin zufrieden stellen sollten. Um das Lied „Gobi Todic“ ist tatsächlich ein riesiger Hype entstanden. Eine Internetseite gibt nur wenigen Aufschluss über die Person, dessen Rückkehr Farin besingt. „Seltsam“ und „Krieg“ bestechen vor allem durch Farins ironische Art mit eingängigen Melodien. „Die Leiche“ erinnert doch sehr an „Nur einen Kuss“ vom letzten die ärzte-Album „Jazz ist anders“. Zynischer Text begleitet von einer immergleich klingenden Akustikgitarre, wodurch die Aufmerksamkeit mehr auf den Text gelenkt wird, deshalb nicht als Kritik zu verstehen ist. „Atem“ ist meine persönliche Perle des 1,5-Albums. Tolle Melodien gepaart mit einem wunderschönen Text, den ich mir immer länger wünsche, als er ist.

I.F.D.G. (Fazit)

Ja, ich find das auch gut Farin und du hast auch mit deinem Sologesang am Ende vollkommen Recht, wenn du sagst „Ich bin voll gut – ich bin super. Super gut.“ Das ist das Album im Großen und Ganzen auch. Zwar musste ich mich erst mal an die neuen Töne gewöhnen, denn an „Endlich Urlaub“ und „Am Ende der Sonne“ erinnert „Die Wahrheit übers Lügen“ nun wirklich nicht. Dass das Album nun auch im Studio mit dem Racing Team aufgenommen wurde, war eine gute Veränderung, denn so klingen einige Töne mehr mit, auch wenn die Trompeten und Posaunen in den meisten Fällen immer noch zu kurz kommen.

Am Ende steht ein variantenreiches 1,5-Album im Musikladen ihres Vertrauens, dem man eine kurze Eingewöhnungszeit gönnen sollte, um in den vollen Genuss des neuen Farin U. Sounds zu kommen.

15
Okt
08

Gelesen: Artemis Fowl: Die verlorene Kolonie

Sie dachten, Ihr Kind sei ein Genie? Vergessen Sie es.

Zwar ist Artemis Fowl nur eine Romanfigur, erdacht vom irischen Schriftsteller Eoin Colfer. Doch der im nunmehr fünften Roman als Hauptperson agierende 14-jährige Junge stellt jeden Nobelpreisträger in den Schatten. Klingt unglaubwürdig? Nun, das ist wohl so. Aber immerhin gibt es in den Artemis Fowl-Büchern auch noch Unterirdische und neuerdings Dämonen.

Kurz zur Handlung. Artemis Fowl hat seinen Leibwächter Butler nach Barcelona mitgeschleift, wo er auf eine bestimmte Person, präziser ein spezielles Wesen wartet. Nicht mal sein Begleiter weiß, was das irische Genie in die spanische Stadt getrieben hat, weil den blasse Artemis Sonnenlicht nicht gerade anzieht. Als Artemis die Hoffnung auf den Besucher bereits aufgegeben hat, stolpert er in eben den rein. Es ist ein durch die Zeit und Dimensionen springender Dämon, der Artemis packt und mit sich zieht. Sein Beschützer kann ihn gerade noch packen und aus dem Zeitstrudel retten. Die Elfin und ehemalige ZUP (Zentrale Untergrund Polizei)-Beamtin Holly hat ihren Job an den Nagel gehängt und arbeitet mit dem ehemaligen Einbrecher und Zwerg Mulch Diggums als Privatdetektiv. Weil aber auch im Untergrund die Dämonenerscheinung nicht unbemerkt bleibt, stolpert Holly in die Abteilung Acht, einer Spezialeinheit der ZUP. Doch als wären das noch nicht genug Interessierte, ist auch noch ein Mädchen in Artemis’ Alter auf der Jagd nach einem Dämonen. Sie merken schon, die ist ebenfalls so ein Kindergenie.

Wer die Romane um den hochbegabten Artemis Fowl und die taffe Elfin Holly bisher noch nicht gelesen hat, sollte spätestens jetzt damit anfangen, um noch den vielen, aber nicht minderwertigen Fortsetzungen nachzukommen. Bisher hatte Eoin Colfer noch genug wunderbare Ideen für den Protagonisten in petto und ich zweifle nicht an vielen weiteren. Wenn man sich beim Lesen immer wieder filmreife Szenen vors innere Auge führt, ist das ein Zeichen dafür, dass der Focus recht mit seiner Behauptung „Die Artemis Fowl-Romane sind gedrucktes Action-Kino.“ Oder ich bin einfach zum Beruf des Regisseurs geboren…

Ob Artemis Fowl: Die verlorene Kolonie der beste Teil bisher ist, kann ich mit voller Sicherheit nicht sagen, dafür liegen die anderen 4 bisher erschienen Romane einfach schon zu weit in der Vergangenheit. Doch eins ist mir schon klar: So schnell werde ich diesen Teil nicht vergessen! Selbst wenn das Buch nicht das bisher beste ist, so kann ich allen Interessierten sagen, dass der Roman auf jeden Fall pure Freude beim Lesen bereitet. Mit knapp 350 Seiten ist es auch nicht gerade ein Wälzer, wie man bei einem Fantasy-Roman erwarten könnte. Auch wenn die Bücher eher an Jugendliche gerichtet sind, so will ich das Buch auch den Erwachsenen Lesern dieses Blogs herzlichst ans Herz legen. Geben Sie dem irischen Teenager eine Chance – bereuen werden Sie es auf keinen Fall!

Artemis Fowl: Die verlorene Kolonie (Artemis Fowl: The Lost Colony); Eoin Colfer; Ullstein Verlag; 8,95 €

28
Sep
08

Gespielt: Star Wars The Force Unleashed

Achtung: Enthält möglichen Spoiler

Diese Musik! Erinnerungen werden wach. Zuletzt in diesem Sommer ertönten die wohlklingenden Töne von John Williams Kompositionen im Kinosaal. Da lief die Vorgeschichte zu den Klonkriegen. The Force Unleashed erzählt aber die Geschichte zwischen Episode 3 und 4, stellt also die Verbindung zu der alten Trilogie her. Wir spielen Darth Vaders geheimen Schüler, um die letzten verbliebenden Jedi zu vernichten.

Roaarr, roro?

Ja, eine seltsame Sprache sprechen die Wookies auf Kashyyk. Aber am Anfang des Spiels sind wir nicht mit Darth Vader persönlich auf dem Schlachtfeld erschienen, um eine neue Sprache zu erlernen. Den dunklen Sithlord scheinen die Geräusche wohl sehr zu nerven, denn auf dem Weg zu einem Jedikämpfer räumen wir alle Wookies aus dem Weg, die uns begegnen. Egal ob mit Lichtschwert, einem Machtstoß, oder des kultigen Würgegriffs, Hauptache, es wird still! Obwohl auf so einem Schlachtfeld nie wirklich Ruhe herrscht. Blastergeschosse, rauschende Gleiter, herumfliegende Tie-Fighter, Williams’ Musik und dieses nervige aber wohl bekannte Röcheln. Nur eines klingt ein wenig fehl am Platz. Die Stimme von Vader klingt doch irgendwie anders – aber dennoch nicht schlecht.

Ein Kind, sie zu knechten…

Nunja, soweit treibt es das Spiel nun doch nicht. Allerdings lässt es sich nicht totschweigen, dass Vader sein Lichtschwert an ein kleines Kind verliert. „Die Macht stark in ihm ist“, würde Yoda es ausdrücken. Wir sagen einfach: cool! Vader beschützt im Folgenden den Jungen vor den Lasern der schießwütigen imperialen Streitkräften und bildet das Kind zu einem Sith Lord aus. Dann kommen wir ins Spiel, in Gestalt von Starkiller, Vaders Zögling. Der soll nun zum ersten Mal sein Können beweisen. Vaders Spione haben einen Jedi entdeckt, den es zu vernichten gilt. General Kota, so heißt der entdeckte Feind, hat mit seiner kleinen Rebellenarmee ein imperiales Ruamschiff angegriffen und ist auf einen offenen Kampf gegen Vaders geheimen Schüler aus. Um auch vor dem Imperator geheim zu bleiben, sollen wir auf unserer Mission nicht nur die Rebellensöldner umbringen, sondern auch die imperialen Streikräfte.

Immer hungrig: Auf Felucia treffen wir öfters mal solch einen Rancor

Den knöpf ich mir vor!

Im Großen und Ganzen bekämpft Starkiller seine Feinde wie Darth Vader im ersten Level. Allerdings können wir nur auf ein abgespecktes Repertoire von Angriffen zurückgreifen. Doch mit der Zeit häuft sich die Anzahl der Kombos und Mächte, mit denen wir unseren Gegnern mächtig einheizen. Während wir schwächere Widersacher mit wenigen Schlenkern des Laserschwerts ausschalten, oder durch die Luft fliegen lassen, braucht es bei den großen Brocken einiges mehr an Aufwand. Gegen AT-STs, die zweibeinigen Stahlungetüme aus der alten Trilogie, oder hungrigen Rancors (s. Bild oben) helfen Machtangriffe aber durchaus mehr. Ob das nun Blitze oder Machtstöße sind, wählen wir je nach Gegner. Haben wir diese Kloppse genug geschwächt folgt eine Quick-Time-Action Einlage (mal wieder drücken wir angegebene Knöpfe…). Doch nicht nur optisch große Gegnern müssen wir so besiegen, sondern auch die mächtigen Jedis. Toll, drücken wir einmal den falschen Knopf, dürfen wir oft gleich ein weiteres Mal die QTA ausführen.

3 Freunde

Natürlich reisen wir nicht alleine durch die Galaxis, was trotz Lichtgeschwindigkeit sicher sehr langweilig wäre und wo bliebe dann eigentlich die Geschichte? Ja, da sollten die 2 Kameraden doch mal vorgestelllt werden. Zum Einen wäre da der Roboter Proxy. Als Trainingspartner für Starkiller programmiert, ist sein oberstes Ziel, uns zu vernichten. Denn, das sagt uns der sonst so liebenswerte Droide, wie jeder Trainingspartner sei auch er darauf getrimmt, bis zum Tode gegen uns zu kämpfen. Das ist dann ja auch ein sehr viel authentischerer Kampf. Außerdem ist Proxys Aufgabe, uns Nachrichten von unsererm Meister, Darth Vader mitzuteilen. Denn immer wieder zu dem Sith-Lord zu eilen, nachdem ein Auftrag ausgeführt wurde, wäre zu auffällig und der imperator soll ja nichts von uns wissen. Nummer zwei im Trio ist unsere Pilotin Juno. Die attraktive Blondine ist wider aller Witze recht helle, außerdem scheinen bei den Gesprächen noch mehr als nur „Boss-zu-Arbeiter-Töne“ mitzuklingen. Irgendwann kommt Juno natürlich auch dahinter, was wir in der Galaxis überhaupt treiben, wie sie reagiert, erfahren wir noch früh genug.

Schizophrener Droide: Proxy ist zwar unser Freund, doch darauf programmiert, uns zu vernichten…

Wenn’s vorei ist’s eine „Neue Hoffnung“?

Es ist ja eigentlich klar, wie das Spiel letztendlich ausgehen wird. Oder haben sie in der alten Trilogie je etwas von einem geheimen Schüler Vaders gehört, oder den Namen Starkiller? Dachte ich auch nicht.  Immerhin dürfen wir uns im Finale noch zwischen Gut und Böse entscheiden. Trotz des bevorstehenden Todes unserer Hauptfigur fesselt uns das Spiel biz zum Schluss. Denn eines kann LucasArts immer noch sehr gut, Geschichten erzählen. Apropos Geschichten erzählen, das macht das Spiel in zahlreichen gut vertonten Zwischensequenzen, in denen auch die Charaktere an Tiefe gewinnen. Grund genug das Spiel zu spielen. Außerdem treffen wir auf ein paar alte bekannte aus der alten Trilogie, wie zum Beispiel Prinzessin Leia. Ja sogar Darth Maul duelliert sich mit uns! Das alles schafft enorme Atmosphäre. Die original Musik tut ihr übriges. Wer immernoch nicht genug Star Wars Flair empfindet, wird spätestens bei den Geräuschen der Blastergeschosse ins Schmachten geraten. Allerdings ist der Genuss nach knapp 12 Stunden schon beendet, dafür bleibt das Spiel aber auch ohne große Durchhänger spannend.

Star Wars The Force Unleashed ist ein viel zu langer Name für ein so kurzes Spiel. Aber recht hat der Titel schon, so wie in diesem Spiel durfte der Spieler noch nie die Macht einsetzen. Fast jeden Gegenstand in der Welt kann als Waffe in Form eines Wurfgeschosses eingesetzt werden. Stahltüren verformen sich nach Machtstößen und Laserschwertschlägen. Glas zerschellt in ausend Teile, sogar Starkiller bleibt bei all den Schlachten nicht sauber. Auch seine Kleidung muss einiges mitmachen. Gut, ganz ohne Fehler ist das Spiel bei all seiner Pracht und Geschichte auch wieder nicht. Vergleiche ich das Spiel doch mal mit Devil May Cry 4. Ähnlich sind die Spiele allemal. Mit verschiendenen Kombos verdreschen wir unsere Feinde, in DMC 4 helfen uns da verschiedene Waffen und ein Dämonenarm, in TFU die Macht. Die Storys stehen sich in nichts nach, die Dialoge und Sprecher ebenso nicht. Was hebt aber das Star Wars Spiel von Konamis Monstergekloppe ab? Es ist einfach die Lizenz. Star Wars ist eben kult und die Welt ist grenzenlos. Mit TFU machen sie auf keinen Fall etwas falsch, außer sie sind sehr ungeduldig, denn einige Kämpfe sind bockschwer. Aber da helfen solche Momente wie die Szene, in der wir einen Sternenzerstörer aus dem Himmel auf den Boden der Tatsachen ziehen, drüber hinweg.

„Prächtig mächtig!“

24
Sep
08

Rausgekramt: Fahrenheit

Was würdest Du tun, wenn Du in einer sehr kalten Winternacht über einer Leiche sitzt? Es kommt noch härter. Wie würdest Du dich fühlen, wenn Du merkst, dass Du noch die Tatwaffe in der Hand hälst, von Blut überströmt bist, und allmählich realisierst: Du bist ein Mörder!

Warum gibt es keine Damentoilette?

Lucas Kane muss sich alle diese Fragen stellen. Denn er steckt zu Beginn des Action-Adventures Fahrenheit in eben dieser Situation. In der Herrentoilette eines New Yorkers Restaurant hat er einen ihm völlig fremden Mann ohne Grund erstochen. Warum sollte er das tun? Die Antwort auf diese Frage will er um jeden Preis herausfinden. Hinzu kommen Visionen, die ihn seit dem Mord verfolgen, denen er ebenfalls auf den Grund gehen möchte. Nur eines weiß er: Er muss verschwinden, bevor die Polizei alarmiert wird. Aber auch er hat keine Ahnung, wo die weiblichen Gäste  aufs Klo gehen können…

Mit ein, zwei Schlenkern ist die Lache bald Geschichte

Kalter Kaffee

Als erstes muss Lucas möglichst viele Spuren verwischen. Dabei greifen wir ihm unter die Arme, oder präziser wir greifen mit seinen Armen. Mit der Maus, oder einem Analogstick müssen wir nämlich die Aktionen von Lucas steuern, was anfangs sehr gewöhnungsbedürftig ist. Nach einigen Schlenkern mit der Maus hat Lucas dank unserer helfenden Hand die Leiche in eine Kabine gezogen, mit einem Mopp Blut vom Boden weggewischt, sich sauber gemacht und die Tatwaffe versteckt. Danach geht er noch einmal ruhig an seinen Tisch, bezahlt seine Rechnung und verlässt das Restaurant, um draußen in der U-Bahnstation den nächsten Zug nach Hause zu erwischen. Das ist auch bitter nötig, denn schon bald ist die Polizei alamiert. Carla Valenti und Tyler Miles führen die Ermittlungen. Nach einigen Untersuchungen finden sie Blutspuren, ein Buch, die Tatwaffe und werfen eine Menge fragen auf. Zum Beispiel, warum der Mörder einen Kaffee zusätztlich zu seiner Cola bestellt hat und der nicht auf der Rechnung steht. Doch das ist für einige Spieler ja schon kalter Kaffee…

Kanten und Ecken…

Die hat Fahrenheit zur Genüge. Schon beim Erscheinen war die Grafik veraltet. Doch die Animationen lassen uns da gerne drüber wegsehen. Nur die Steuerung, die ist verkorkst. Ein Adventure mit Pfeiltasten oder Gamepad zu steuern ist von Grund auf falsch! Andauernd laufen wir mit Lucas gegen Ecken, Kanten und Wände. Tja, nicht immer gehts mit dem Kopf durch die Wand. Das merken wir auch in den zahlreichen Zwischensequenzen in Spielgrafik. Die müssen wir nämlich am Laufen halten, indem wir bestimmte Tasten drücken. Das kann man als störend bezeichnen, weil man dadurch viele der Animationen nicht zur Kenntnis nehmen kann, oder klasse finden, weil wenigsten dabei ein spielerischer Aspekt auftaucht.

Carla und Tyler boxen gerne mal in der Pause, per Tastendruck halten wir den Kampf am Laufen

NYPD ermittelt

Hört sich an wie eine schlechte Sat1-Serie, ist im Spiel aber ein wichtiger Anteil der Geschichte. Denn immer wieder wechseln wir zwischen den drei Hauptfiguren hin und her. Zuerst scheint Lucas den Polizisten immer einen Schritt voraus, egal was für Fortschritte Carla und Tyler auch machen. Aber irgendwann kreuzen sich die Handlungsstränge natürlich. Das ist den Kombinationskünsten von Carla und Tyler zu verdanken. Die beiden ergänzen sich in allen Bereichen. Während Carla besonders auf Kleinigkeiten achtet, schaut Tyler auf die Dinge, wie sie sind. So schaffen sie es, Tathergänge zu erklären und zu rekonstruieren. Dabei lernen wir einige interessante Hintergrundgeschichten über die Ermittler kennen. Carla zum Beispiel, ist voll mit ihrem Job verbunden, was auf Kosten ihres Privatlebens als Single geht. Tyler hingegen muss sich des Öfteren in einem Disput gegen seine Freundin behaupten, die ganz und gar nicht mit seinem Beruf zufrieden ist. Sie wünscht sich ein ruhigeres Leben, ohne Angst um ihren Freund. Doch auch der etwas lockerere Partner von Carla versteht sich voll und ganz mit kriminalistischen Vorgehensweisen.

Spielfilm

Denn Fahrenheit ist genau das. Ein Spielfilm im wahrsten Sinne des Wortes. Keine Frage. Das Spielen an sich kommt zu kurz. Ein bisschen Laufen und ein paar Minigames durch simples Tastendrücken, das wars im Großen und Ganzen.   Typische Rätselelemente fehlen größtenteils. Zumindest sind die nicht sehr innovativ. Was ebenfalls an einen Film erinnert, ist die Aufmachung des Ganzen. Die Charaktere sind toll bis ins kleinste Detail herausgearbeitet. Man fühlt mit Lucas, Carla und Tyler in jeder Situation mit. Durch die spannende Geschichte werden wir ans Spiel gefesselt, wir wollen Antworten: Wie geht es weiter? Gibt es in dieser Welt auch Damentoiletten?

Fahrenheit ist ein Meilenstein der Videospielgeschichte? Ja und nein. Die Geschichte ist bisher einmalig . So etwas gab es bisher in noch keinem anderen Spiel. Jeder der drei Protagonisten hat noch einmal seine eigene Lebensgeschichte zu erzählen, die  mir wirklich gut gefallen haben. Das spielerische kommt bei all der Erzählerei ein wenig zu kurz, die Freiheit beim Interagieren in verschiedenen Situationen ist nur zu Beginn möglich. Aber hey, dafür sind die Dialoge und Sprecher erste Sahne (zumindest in der englischen Sprachversion). Über die deutsche Synchronisation muss nicht lannge geschrieben werden, die ist furchtbar. Die Quick-Time-Events haben mir ebenfalls gut gefallen, ansonsten wäre auch nicht mehr viel zu tun gewesen. Immer in Erinnerungen bleiben wird die Szene, in der Lucas’ Wohnung auseinandergenommen wird und er am Ende mit einem Arm noch von seinem Balkon hängt. Ob er dieser Situation entkommt, liegt an euch. Und wenn ihr ein Damenklo finden solltet, schreibt mir doch bitte.

21
Sep
08

Gespielt: The Bourne Conspiracy

Takedown! Das ist ein Ausruf, der perfekt zum „Bourne Komplott“ passt. Ob der mit diversen Schusswaffen ausgeführt wird, oder eben mit den von Gott geschaffenen eigenen Händen, ist mir völlig Wurst. Obwohl solch ein Nahkampf Takedown etwas mehr fürs Auge zu bieten hat. Was?! Worum geht’s? Tja, ich fang am besten nochmal von vorne an…

Bourne as Bourne

In „Das Bourne Komplott“ spielen wir den namensgebenden Helden, Jason Bourne, bekannt aus den Actionfilmen mit Matt Damon. Oh da werden wieder Stimmen laut, wieder eine Filmumsetzung(!), die allerdings zu unrecht empört klingen. Denn das Spiel bedient sich nicht in erster Linie an den Filmen, sondern an den Büchern, ja es gibt auch Bücher zu Bourne, des Autors Robert Ludlum. Fehlende Filmlizenzen lassen Bourne deshalb auch nicht wie Matt Damon aussehen, seine Freundin Marie nicht wie Franka Potente aussehen. Dafür brettern wir mit ihrem chicen Mini durch die Straßen Paris und prügeln uns wie Matt Damon durch Gegnerscharen, respektive schießen.

Bourne verwendet gegen seine Feinde schlagende Argumente

Bourne to kill!

Und in den Kämpfen kommen uns die oben genannten Takedowns weiter. Beispiel: Wir prügeln uns mit einem Gegner (selbst wenn wir von Feinden umringt sind, sind es immer Duelle), das geht sehr einfach, daher auch eintönig, mit zwei Tasten. Entweder wir kombinieren die beiden Schläge miteinander oder halten einen Knopf gedrückt, um einen stärkeren Schlag oder Tritt auszuführen. Durch Treffer lädt sich unsere Adrenalin-Leiste auf. Ab einem bestimmten Punkt können wir per Druck auf den B-Knopf einen Takedown aktivieren. Das bedeutet, wir lehnen uns für einen kurzen Augenblick zurück und schauen zu, wie Bourne den Gegnern Gliedmaßen bricht, an eine empfindliche Stelle tritt oder den Kopf gegen Wände, Stühle, Tische oder sonstige Gegenstände schlägt.

Bourne to shoot!

Im Fernkampf können wir ebenfalls die Adrenalin-Leiste durch Takedowns leeren. Dabei kommen die immer wieder auftauchenden Quick-Time-Events zum Einsatz. Seit Fahrenheit sind die ja sehr beliebt bei Spieledesignern. Allerdings fallen diese viel kürzer und einfacher aus als im Vorbild. Einen Knopf pro Schuss (maximal drei können auf einmal in einem Takedown untergebracht werden) müssen wir gerade mal betätigen. Aber auch ohne Takedowns kommen wir in Schießereien zurecht, selbst wenn die schwammige Steuerung uns sehr viel abverlangt. In Kisten findet sich reichlich Munition, Gegner hinterlassen ebenfalls einige Schießeisen. Solange wir Jason hinter einer Deckung verschanzen und hin und wieder für einige gezielte Schüsse daraus auftauchen, brauchen wir uns keine Sorgen zu machen. Nur selten versuchen die Feinde, sich einen Weg zu unseren Position zu suchen, oder uns einzukreisen. Dafür sind die Levelausmaße allerdings auch nicht ausgelegt.

Gleiches Problem wie der Spieler: Der Feind schießt hier überall hin, nur nicht auf sein Ziel

Bourne with instinct!

Jason Bourne wäre nicht Jason Bourne, wenn er nicht sehr sensible, ja übermenschliche Sinne hätte. Die aüßern sich im Spiel als willkommene Hilfe. Per Tastendruck aktivieren wir den Bourne-Instinkt. Dann werden auf der Mini-Map in der rechten unteren Ecke Feinde und Gegenstände in unserer Umgebung angezeigt. Außerdem zeigt ein grüner Punkt unser Ziel, wenn wir mal die Orientierung verloren haben sollten. Der Instinkt ist besonders in Schießereien von großem Nutzen. Nachdem wir Jason aus der Deckung hervorluken lassen, drücken wir auf die entsprechende Taste und er zielt automatisch auf einen Gegner. Besonders weil das Anviesieren etwas gewöhnungsbedürftig ist, lohnt sich der Einsatz des Instinkts enorm.

Bourne to tell!

Die Geschichte von Jason Bourne ist mittlerweile fast jedem bekannt, dennoch eine kurze Zusammenfassung. Bourne it ein Elite-Kämpfer der Regierung der USA. Für ein Geheimprojekt namens Treadstone wurden mehrere solcher Killer ausgebildet. Bourne war der beste. Doch sein letzter Auftrag, in dem er den afrikanischen Politiker Wombosi auf seiner Jacht eliminieren soll, verläuft nicht nach Plan. Weder tötet er sein Ziel, noch kommt er unversehrt vom Boot. Da setzt der erste Film der Trilogie ein. Das Spiel beginnt mit diesem Einsatz. Auch danach ist die Geschichte bekannt. Bourne will seine Erinnerungen zurückerlangen. Auf seiner Reise über Zürich nach Paris, wird er von Polizisten, Agenten und Profikillern verfolgt und trifft auf Marie. Mehr sei für diejenige, die noch nicht die Filme gesehen haben oder die Bücher gelesen haben, nicht gesagt. Das Spiel handelt entgegen des Titels nicht die gesamt Trilogie (das Komplott) ab, sondern nur die Handlung des ersten Buches. Die meisten Levels sind dabei schon aus den Filmen bekannt, doch einige Missionen erzählen in Rückblicken Bournes frühere Einsäzte, die in den Filmen nicht erwähnt werden. Die Story wird aber vorrangig durch die gut gemachten Zwischensequenzen erzählt. Manchmal müssen wir auch in diesen zum Gamepad packen, um eins um andere Mal einen Knopf für ein Quick-Time-Event zu drücken.


Das Bourne Komplott ist an sich keine Filmumsetzung, obwohl einige Parallelen zu „Die Bourne Identität“ bestehen (die Schauplätze sind sich sehr ähnlich), doch verstärkt es das Klischee, dass Filmumsetzungen in der Regel keine tollen Schaffungen sind. Die Grafik ist keine Wucht, doch trotzdem sehr ansehnlich. Einige Levels sind sehr abwechslungsreich gestaltet, doch durchgehend von Liniearität geprägt. Ab und zu überrascht eine Skript-Sequenz den Spieler. Ansonsten lockern nur die Bosskämpfe das langweilige Tastendrücken auf. Aber auch die werden von der Knappheit der Kombinationen überschattet. Das Schießen fällt durch das sehr ungenaue Zielen schwer und die Fahrt durch Paris hätte genauso gut weggelassen werden können. Hierbei ist die Steuerung anspruchlos (die Handbremse ist vollkommen ohne Nutzen), die KI bringt den Spieler auch nicht in die Bredouille. Außerdem ist das Spiel mit einer Spielzeit von etwa 7 Stunden sehr kurz geraten. Immerhin kann das Spiel auf eine tolle Vorlage zurückgreifen und bietet kurzweilige Action. Die Sprachausgabe muss ebenfalls gelobt werden. Unterm Strich bleibt aber nur ein mittelmäßiges Spiel stehen, das von der aus der Feder von Robert Ludlum stammende Geschichte lebt.

14
Sep
08

Gespielt: Drakensang oder Das Tagebuch eines Helden

Liebes Tagebuch,

Gerade angekommen in der neuen Rollenspielwelt Aventurien, liefere ich mir den ersten Kampf meines noch so jungen Lebens als Abenteurer und Held. Zuerst schlage ich mit einer rechts-links-Kobination auf meinen Widersacher ein, doch verfehle ihn tatsächlich beide Male. Auf ins Inventar! Da lege ich mal den Dolch an, den ich kurz darauf geschickt durch die Luft schwinge. Und tatsächlich, ich habe meinen Feind besiegt. Ich ohne Kratzer, er in hundert Stücke zerfetzt.

Das bin ich, liebes Tagebuch.

Keine Panik!

Falls mein Tagebuch jemals veröffentlicht werden sollte, muss ich auf ausführliche Beschreibungen achten. Deshalb erwähne ich das Wichtigste jetzt. In Drakensang wurde kein Fass fassunwürdig behandelt oder ernsthaft verletzt. Zumindest verneinte es meine Ansichten nicht. Ja, mein erster Feind war ein Fass. Eigentlich passt es nicht zu einem Helden, einen Wehrlosen anzugreifen, doch blieb mir eine Wahl? Außerdem bin ich mit der Ausbeute unzufrieden. Einige Fussel, einen lächerlichen Heller und null Erfahrungspunkte!?! Du kannst dir vorstellen, wie wütend ich danach war. Aus Frust habe ich dann alle Fässer, die mir später in meiner Laufbahn begegneten, den Gar ausgemacht. Doch das reichte nicht aus, meine Aggression abflauen zu lassen. Da kamen mir die Wolfsratten doch gerade recht, die sich in ganz Aventurien zu hauf ausgebreitet haben. Die haben ihren Namen wohl wegen ihrer wolfsähnlichen Größe erhalten. Erschrecken konnte sie mich trotzalledem nicht – außer es waren zu viele.

Das hier sind die nervigen, kleinen Brüder der Wölfe … glaub’ ich zumindest

Langsam. . .

Mein Gott, was ich durch machen musste! Bevor ich mich knapp 15 Stunden vorwiegend mit Ratten und Fässern gekloppt habe, muss ich erstmal sogenannte Quests lösen. Aus irgendeinem unerfindlichen Grund hat mich ein gewisser  Ardo eingeladen, nach Ferdok zu seinem Anwesen zu kommen. Anscheinend kenne ich den Kerl aus früheren Tagen, an die ich mich nur sehr schlecht erinnern kann. Denn ich musste ganz schöne Strapazen auf mich nehmen, um nach Ferdok zu gelangen. Ich fand mich in einem kleinen Kaff namens Avestreu wieder. Unwahrscheinlich viele Menschen haben da Probleme, Ratten und Fässer gehören da nur geringfügig dazu.

Mal dies, mal das

Ja, liebes Tagebuch, ich habe viel erlebt. Zwei Bauern, die sich um einen Apfelbaum streiten, konnten sich dank meiner Überredungskünste einigen (am liebsten hätte ich denen kräftig die Fresse poliert, aber als possierliche Taschendiebin wollte ich nicht zuviel riskieren). Für einen Holzfäller erledige ich einen aggressiven Bär, der sich wahrscheinlich nur zu Tode gelangweilt hat, weil er alleine war… Jedenfalls war er nach meinem Besuch eben das – tot. Derselbe Holzfäller hat mich damit beauftragt einen Wolf zu töten, stattdessen habe ich 20 oder mehr umgelegt… Ich habe sogar einen echten, wenn auch vertrottelnden Magier getroffen. Der hat mir sogar geholfen, nachdem ich ihn vor Banditen gerettet habe. Ich brauchte nämlich zwei Fürsprecher aus Avestreu, um nach Ferdok durchzukommen. Einer davon war der Magier. Der andere war eine die. Was ein Glück, dass gerade zwei Leute für mich Aufgaben hatten und anschließend für mich bürgten, ob das wohl jedem so geht? Die Fürsprecherin heißt übrigens Salina, eine Gauklerin, sogar deren Königin, wie mir gesagt wird. Die hat ein schwerwiegendes Problem. Ihr Nichsnutz von einem Freund hat sie bestohlen. Weil ich scharf auf das Weiterkommen war, habe ich der schönen Frau natürlich geholfen.

Und das sind die großen Brüder der Wolfsratten (oder so) in meinem Lieblingszustand… tot.

Schmuck und Diebe

Ja, wo was Wertvolles ist, gibt es immer jemanden, der das gute Stück stiehlt. Gesagt habe ich ihr das nicht, auch die Predigt über schlechtauswirkende Kontakte mit zwielichtigen Personen habe ich runtergeschluckt. Stattdessen dachte ich nach, wo ich den Dieb Dranor finden könnte. Also habe ich auf die Karte geguckt. Wer hat denn da ein blaues Fragezeichen eingezeichnet? Dadran steht Dranor. Egal wer das geschrieben hat, ist mir dann doch egal gewesen. Ich laufe also zu dem gekennzeichneten Ort und tatsächlich, da sehe ich diesen Schmuckentwender. Er redet mit einer seltsam aussehenden Person in einer Kutte. Der hat seinen Kopf wohl mal zu nah an ein Feuer gehalten, denke ich über das von schwarzen Blasen übersähte Gesicht. Doch der Typ verschwindet, noch bevor ich ihn fragen kann. Und Dranor wird von den Handlangern des Verschwundenen angegriffen. Wir helfen dem Taugenichts. Du wirst dich jetzt fragen, wer wir sind. Nun, da wäre ich und die Amazonenkämpferin Rhulanda. Die haut feste drauf, dass durfte ich mit eigenen Augen sehen.

„Alea iacta est“

Ich habe das Gefühl, dass mich dieses Zitat von Cäsar auf meiner Reise ständig verfolgt. Irgendwie scheinen meine Kämpfe rein zufällig  zu verlaufen. Halte mich für paranoid, aber ich hatte in jedem meiner zahlreichen Kämpfe das komische Gefühl, dass jemand mit einem Würfel die Auseinandersetzung entscheidet. Ja, das klingt absurd, aber warum sollte das Leben denn nicht nach dem „Mensch ärger dich nicht“-Prinzip ablaufen? Eben nur, dass ich mich oft im Leben als Held ärgern musste. Andauernd stehe ich einer Übermacht gegenüber. Wenn das nur Ratten oder dämliche Banditen sind, komme ich gut damit zurecht. Doch acht Orks, ein Oger und sicherlich illegal trainierte, vielleicht sogar gedopte, auf den Kampf spezialisierte Hunde sind eindeutig zu viel auf einmal. Auch mein Zwergenbegleiter Forgrimm, der Söldner Nasredin und die Elfenzauberin Gwendala können mir nicht zum Sieg verhelfen (ich musste die Namen doch tatsächlich in meinen Unterlagen nachschlagen, wie peinlich…)

Laaangweiliges Heldenepos

Ich hätte nicht gedacht, dass ein Leben als Held und Retter so langweilig sein würde. In Aventurien ist nichts passiert, was mich in den Bann hätte ziehen können. Doch weil ich stärker und berühmter werden wollte, ging ich freilich weiter. Die Mordfälle in Ferdok aufzuklären hat mir viel Spaß gemacht, denn das brachte Kohle (nicht im wörtlichen Sinne), Ansehen und neue Gefährten. Die Tatsache, dass mein Freund und früherer Mentor Ardo ebenfalls zu den Mordopfern zählt, habe ich schnell vergessen. Denn der hiesige Baron hat mir sein Haus überlassen. Das ist riesengroß und bietet viel Platz für meine Gefährten, die mal eine Pause brauchen. Danach haben mich noch Priester der heiligen Hesinde (das ist entweder eine Göttin oder ein Drache – oder beides) um Hilfe gebeten. Klar habe ich die Aufgabe angenommen. Wieder winkten Geld und Ruhm mir zu. Also erledigte ich die Aufgaben der Drachenqueste, ohne genau zu wissen, was das überhaupt war…

Sehen langweiliger aus als sie sind – die Sümpfe

Liebes Tagebuch,

gestern habe ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Drachen gesehen. Ich hoffe, dass ich den nächsten auf den Boden der Tatsachen bringen kann, den ich sehe. Ein Kampf gegen einen Drachen, wäre eine tolle Herausforderung und nach dessen Ermordung ernte ich wahrscheinlich wieder Ruhm und Ehre. Doch erstmal muss ich mich noch durch die großen Lande von Aventurien kämpfen. Dazu gehören einige Orks, wilde Tier, Ratten und natürlich auch robuste Fässer und Kisten. Eins ist klar, letztere werde ich wie zu Beginn meiner Abenteuer zerschmettern. Beim Rest entscheiden wohl die Würfel des alten Julius Cäsar…

12
Sep
08

FZM 002

Am Ende dieses Posts steht ein Link, der Euch zum Download des neuen Freizeitfresser Magazins führt. Auch Ulf hat einen Artikel verfasst, der das Heft schließlich fertiggestellt hat. Wer das erste Magazin noch nicht kennt, sich aber dafür interessiert, soll sich melden, dann wird das ebenfalls in diesem Post nachträglich zum Download freigegeben. Jetzt ersteinmal wünsche ich allen Lesern viel Spaß und hoffe wie immer auf Kommentare, entweder hier auf dem Blog, oder per Mail, eine Adresse wird im Magazin angegeben.

Themen der Ausgabe sind unter anderem Devil May Cry 4, Veronica Mars Season 2 und das Buch Superhero.

FZM 002 Download




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