Sie dachten, Ihr Kind sei ein Genie? Vergessen Sie es.
Zwar ist Artemis Fowl nur eine Romanfigur, erdacht vom irischen Schriftsteller Eoin Colfer. Doch der im nunmehr fünften Roman als Hauptperson agierende 14-jährige Junge stellt jeden Nobelpreisträger in den Schatten. Klingt unglaubwürdig? Nun, das ist wohl so. Aber immerhin gibt es in den Artemis Fowl-Büchern auch noch Unterirdische und neuerdings Dämonen.
Kurz zur Handlung. Artemis Fowl hat seinen Leibwächter Butler nach Barcelona mitgeschleift, wo er auf eine bestimmte Person, präziser ein spezielles Wesen wartet. Nicht mal sein Begleiter weiß, was das irische Genie in die spanische Stadt getrieben hat, weil den blasse Artemis Sonnenlicht nicht gerade anzieht. Als Artemis die Hoffnung auf den Besucher bereits aufgegeben hat, stolpert er in eben den rein. Es ist ein durch die Zeit und Dimensionen springender Dämon, der Artemis packt und mit sich zieht. Sein Beschützer kann ihn gerade noch packen und aus dem Zeitstrudel retten. Die Elfin und ehemalige ZUP (Zentrale Untergrund Polizei)-Beamtin Holly hat ihren Job an den Nagel gehängt und arbeitet mit dem ehemaligen Einbrecher und Zwerg Mulch Diggums als Privatdetektiv. Weil aber auch im Untergrund die Dämonenerscheinung nicht unbemerkt bleibt, stolpert Holly in die Abteilung Acht, einer Spezialeinheit der ZUP. Doch als wären das noch nicht genug Interessierte, ist auch noch ein Mädchen in Artemis’ Alter auf der Jagd nach einem Dämonen. Sie merken schon, die ist ebenfalls so ein Kindergenie.
Wer die Romane um den hochbegabten Artemis Fowl und die taffe Elfin Holly bisher noch nicht gelesen hat, sollte spätestens jetzt damit anfangen, um noch den vielen, aber nicht minderwertigen Fortsetzungen nachzukommen. Bisher hatte Eoin Colfer noch genug wunderbare Ideen für den Protagonisten in petto und ich zweifle nicht an vielen weiteren. Wenn man sich beim Lesen immer wieder filmreife Szenen vors innere Auge führt, ist das ein Zeichen dafür, dass der Focus recht mit seiner Behauptung „Die Artemis Fowl-Romane sind gedrucktes Action-Kino.“ Oder ich bin einfach zum Beruf des Regisseurs geboren…
Ob Artemis Fowl: Die verlorene Kolonie der beste Teil bisher ist, kann ich mit voller Sicherheit nicht sagen, dafür liegen die anderen 4 bisher erschienen Romane einfach schon zu weit in der Vergangenheit. Doch eins ist mir schon klar: So schnell werde ich diesen Teil nicht vergessen! Selbst wenn das Buch nicht das bisher beste ist, so kann ich allen Interessierten sagen, dass der Roman auf jeden Fall pure Freude beim Lesen bereitet. Mit knapp 350 Seiten ist es auch nicht gerade ein Wälzer, wie man bei einem Fantasy-Roman erwarten könnte. Auch wenn die Bücher eher an Jugendliche gerichtet sind, so will ich das Buch auch den Erwachsenen Lesern dieses Blogs herzlichst ans Herz legen. Geben Sie dem irischen Teenager eine Chance – bereuen werden Sie es auf keinen Fall!
Artemis Fowl: Die verlorene Kolonie (Artemis Fowl: The Lost Colony); Eoin Colfer; Ullstein Verlag; 8,95 €

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