Achtung: Enthält möglichen Spoiler
Diese Musik! Erinnerungen werden wach. Zuletzt in diesem Sommer ertönten die wohlklingenden Töne von John Williams Kompositionen im Kinosaal. Da lief die Vorgeschichte zu den Klonkriegen. The Force Unleashed erzählt aber die Geschichte zwischen Episode 3 und 4, stellt also die Verbindung zu der alten Trilogie her. Wir spielen Darth Vaders geheimen Schüler, um die letzten verbliebenden Jedi zu vernichten.
Roaarr, roro?
Ja, eine seltsame Sprache sprechen die Wookies auf Kashyyk. Aber am Anfang des Spiels sind wir nicht mit Darth Vader persönlich auf dem Schlachtfeld erschienen, um eine neue Sprache zu erlernen. Den dunklen Sithlord scheinen die Geräusche wohl sehr zu nerven, denn auf dem Weg zu einem Jedikämpfer räumen wir alle Wookies aus dem Weg, die uns begegnen. Egal ob mit Lichtschwert, einem Machtstoß, oder des kultigen Würgegriffs, Hauptache, es wird still! Obwohl auf so einem Schlachtfeld nie wirklich Ruhe herrscht. Blastergeschosse, rauschende Gleiter, herumfliegende Tie-Fighter, Williams’ Musik und dieses nervige aber wohl bekannte Röcheln. Nur eines klingt ein wenig fehl am Platz. Die Stimme von Vader klingt doch irgendwie anders – aber dennoch nicht schlecht.
Ein Kind, sie zu knechten…
Nunja, soweit treibt es das Spiel nun doch nicht. Allerdings lässt es sich nicht totschweigen, dass Vader sein Lichtschwert an ein kleines Kind verliert. „Die Macht stark in ihm ist“, würde Yoda es ausdrücken. Wir sagen einfach: cool! Vader beschützt im Folgenden den Jungen vor den Lasern der schießwütigen imperialen Streitkräften und bildet das Kind zu einem Sith Lord aus. Dann kommen wir ins Spiel, in Gestalt von Starkiller, Vaders Zögling. Der soll nun zum ersten Mal sein Können beweisen. Vaders Spione haben einen Jedi entdeckt, den es zu vernichten gilt. General Kota, so heißt der entdeckte Feind, hat mit seiner kleinen Rebellenarmee ein imperiales Ruamschiff angegriffen und ist auf einen offenen Kampf gegen Vaders geheimen Schüler aus. Um auch vor dem Imperator geheim zu bleiben, sollen wir auf unserer Mission nicht nur die Rebellensöldner umbringen, sondern auch die imperialen Streikräfte.
Immer hungrig: Auf Felucia treffen wir öfters mal solch einen Rancor
Den knöpf ich mir vor!
Im Großen und Ganzen bekämpft Starkiller seine Feinde wie Darth Vader im ersten Level. Allerdings können wir nur auf ein abgespecktes Repertoire von Angriffen zurückgreifen. Doch mit der Zeit häuft sich die Anzahl der Kombos und Mächte, mit denen wir unseren Gegnern mächtig einheizen. Während wir schwächere Widersacher mit wenigen Schlenkern des Laserschwerts ausschalten, oder durch die Luft fliegen lassen, braucht es bei den großen Brocken einiges mehr an Aufwand. Gegen AT-STs, die zweibeinigen Stahlungetüme aus der alten Trilogie, oder hungrigen Rancors (s. Bild oben) helfen Machtangriffe aber durchaus mehr. Ob das nun Blitze oder Machtstöße sind, wählen wir je nach Gegner. Haben wir diese Kloppse genug geschwächt folgt eine Quick-Time-Action Einlage (mal wieder drücken wir angegebene Knöpfe…). Doch nicht nur optisch große Gegnern müssen wir so besiegen, sondern auch die mächtigen Jedis. Toll, drücken wir einmal den falschen Knopf, dürfen wir oft gleich ein weiteres Mal die QTA ausführen.
3 Freunde
Natürlich reisen wir nicht alleine durch die Galaxis, was trotz Lichtgeschwindigkeit sicher sehr langweilig wäre und wo bliebe dann eigentlich die Geschichte? Ja, da sollten die 2 Kameraden doch mal vorgestelllt werden. Zum Einen wäre da der Roboter Proxy. Als Trainingspartner für Starkiller programmiert, ist sein oberstes Ziel, uns zu vernichten. Denn, das sagt uns der sonst so liebenswerte Droide, wie jeder Trainingspartner sei auch er darauf getrimmt, bis zum Tode gegen uns zu kämpfen. Das ist dann ja auch ein sehr viel authentischerer Kampf. Außerdem ist Proxys Aufgabe, uns Nachrichten von unsererm Meister, Darth Vader mitzuteilen. Denn immer wieder zu dem Sith-Lord zu eilen, nachdem ein Auftrag ausgeführt wurde, wäre zu auffällig und der imperator soll ja nichts von uns wissen. Nummer zwei im Trio ist unsere Pilotin Juno. Die attraktive Blondine ist wider aller Witze recht helle, außerdem scheinen bei den Gesprächen noch mehr als nur „Boss-zu-Arbeiter-Töne“ mitzuklingen. Irgendwann kommt Juno natürlich auch dahinter, was wir in der Galaxis überhaupt treiben, wie sie reagiert, erfahren wir noch früh genug.
Schizophrener Droide: Proxy ist zwar unser Freund, doch darauf programmiert, uns zu vernichten…
Wenn’s vorei ist’s eine „Neue Hoffnung“?
Es ist ja eigentlich klar, wie das Spiel letztendlich ausgehen wird. Oder haben sie in der alten Trilogie je etwas von einem geheimen Schüler Vaders gehört, oder den Namen Starkiller? Dachte ich auch nicht. Immerhin dürfen wir uns im Finale noch zwischen Gut und Böse entscheiden. Trotz des bevorstehenden Todes unserer Hauptfigur fesselt uns das Spiel biz zum Schluss. Denn eines kann LucasArts immer noch sehr gut, Geschichten erzählen. Apropos Geschichten erzählen, das macht das Spiel in zahlreichen gut vertonten Zwischensequenzen, in denen auch die Charaktere an Tiefe gewinnen. Grund genug das Spiel zu spielen. Außerdem treffen wir auf ein paar alte bekannte aus der alten Trilogie, wie zum Beispiel Prinzessin Leia. Ja sogar Darth Maul duelliert sich mit uns! Das alles schafft enorme Atmosphäre. Die original Musik tut ihr übriges. Wer immernoch nicht genug Star Wars Flair empfindet, wird spätestens bei den Geräuschen der Blastergeschosse ins Schmachten geraten. Allerdings ist der Genuss nach knapp 12 Stunden schon beendet, dafür bleibt das Spiel aber auch ohne große Durchhänger spannend.
Star Wars The Force Unleashed ist ein viel zu langer Name für ein so kurzes Spiel. Aber recht hat der Titel schon, so wie in diesem Spiel durfte der Spieler noch nie die Macht einsetzen. Fast jeden Gegenstand in der Welt kann als Waffe in Form eines Wurfgeschosses eingesetzt werden. Stahltüren verformen sich nach Machtstößen und Laserschwertschlägen. Glas zerschellt in ausend Teile, sogar Starkiller bleibt bei all den Schlachten nicht sauber. Auch seine Kleidung muss einiges mitmachen. Gut, ganz ohne Fehler ist das Spiel bei all seiner Pracht und Geschichte auch wieder nicht. Vergleiche ich das Spiel doch mal mit Devil May Cry 4. Ähnlich sind die Spiele allemal. Mit verschiendenen Kombos verdreschen wir unsere Feinde, in DMC 4 helfen uns da verschiedene Waffen und ein Dämonenarm, in TFU die Macht. Die Storys stehen sich in nichts nach, die Dialoge und Sprecher ebenso nicht. Was hebt aber das Star Wars Spiel von Konamis Monstergekloppe ab? Es ist einfach die Lizenz. Star Wars ist eben kult und die Welt ist grenzenlos. Mit TFU machen sie auf keinen Fall etwas falsch, außer sie sind sehr ungeduldig, denn einige Kämpfe sind bockschwer. Aber da helfen solche Momente wie die Szene, in der wir einen Sternenzerstörer aus dem Himmel auf den Boden der Tatsachen ziehen, drüber hinweg.
„Prächtig mächtig!“



Gutes Review, thx!